Montag, 20. Mai 2013

Klassenfahrt

In einer Woche fahren wir auf Klassenfahrt nach Berchtesgaden in Bayern. Das wird nach vier Jahren gemeinsamen Lernens unsere Abschiedsfahrt werden. Ich, Minna, übe schon mal, einen Text hier in das Blog vom iPhone aus einzugeben. Denn man könnte ja von unterwegs auch bloggen. Etwas mühsam ist es ja schon, dafür muss man nicht unterwegs auf den Laptop aufpassen. In der Jugendherberge gibt es nämlich für solche Sachen keinen Tresor. Vorgestern habe ich im Reisebüro die Zugfahrkarten abgeholt und bezahlt. Letztes Jahr hatten wir das Glück, bei der Fahrt nach Wyk auf Föhr in Abteilen zu sitzen. Dieses Mal gibt es keine Abteile, nur Großraumwagen. Und die Fahrt ist viel länger als damals... :( Wir werden sehr geduldig sein müssen.  Viele Grüße Minna

Donnerstag, 25. April 2013

Hilfe, Projektwoche - und was nun??



Es war eine Projektwoche angesagt - oh, was tun? Die Klassenfahrt drückt, die Griechen müssen noch "durchgenommen" werden, die ganze Grammatik wiederholt - ehhh! Klassenarbeiten!

Und jetzt diese Woche??? Doch es entwickelte sich ganz gut. Zwei Säcke der neuen Wolle 2013 genommen, die von Pony und Alma, in den Klassenraum gestellt, die Kardiermaschine dazu und etliche der Utensilien, die man zum Filzen braucht.

Projektwoche, o.k., wir machen mal Gleitzeit: Um halb 9 muss jeder da sein, kann aber auch zu 8 Uhr kommen. Wichtige Stimmen sagen ohnehin, die Schule sollte erst um 9 beginnen. Durch die Sommerzeit ist's um 8 ja auch erst 7.
Hier wird niemand gefragt. Ich genehmige uns das. Bin selbst natürlich zu 8 Uhr da.
Aber es geht dann gemächlicher los, und gemächlich, das ist voll meine Geschwindigkeit....

Wir filzen Handytaschen und Bälle für die Katzen im Berliner Tierheim. Dann gehen wir da hin und schenken die den Katzen. Frau Pollack wird uns sicher führen. Sie ist die Tierschutzpädagogin dort und meinte einmal, die Katzen würden sich sicher über gefilzte Spielbällchen freuen...Endlich setzen wir diese  fulminant gute Idee einmal um.




So sah es heute früh aus. Viele Handytaschen-Rohlinge lagen da. Einige waren noch nicht fertig.



Mesut fängt noch eine zweite Handyhülle an. "Darf ich nochmal?", fragt er: "Ich kann es schon."



 
Andere filzen Bällchen. "Ich habe heute sechs Stück gemacht", sagt Selena. Für eines braucht man, wenn man versiert ist und fleißig, etwa 20 Minuten.






Uiuiui, Peter, das Apple-Symbol hast Du ja sehr kunstvoll da raufgestichelt! Warum hat Apple eigentlich diesen angebissenen Apfel als Logo genommen??? Könnte man versuchen, sich zu beantworten, die Frage. Das Symbol hat ja auch einen ganz schönen Schub in sich. Wenn aber die Produkte nicht so toll wären, würde das auch nichts bringen. Beides muss zusammenkommen.






Die Tasche ist dünn und fest gefilzt. Peter, Du bist eben der Könner, was die handwerklichen und künstlerischen Sachen angeht!




Jetzt kommt oben das Gummi rein, das es ein wenig zuhält, aber, wenn es klingelt, will man das Handy trotzdem blitzschnell in der Hand haben...






Fleißiges "Bulettendrehen.."




Rimas ist extrem sorgfältig und es entwickelt sich etwas sehr Schönes!





Immer wieder, immer, immer wieder Wolle kämmen! Man verbraucht Unmengen davon. Ein Glück, dass wir so viel davon haben! Mehr, als wir je verbrauchen können. Fettwolle, sie riecht, aber wenn sie durch das Seifenlaugenbad hindurch ist, ist sie ganz sauber. Und sie ist von frohen Tieren. Jeder normale Wollpulli ist das nicht und deshalb möchten die meisten Leute das alles gar nicht so genau wissen...
Selbst Ali, der die ganzen Tage gewaschene Wolle zum Verarbeiten haben musste, weil er sich so ekelte, sagt: "Jetzt kann ich mit der Wolle auch."






Mesut spritzt Seifenlauge mit dem Wäschesprenger auf sein Werkstück. Er macht das ganz gut. Das ist nämlich ein langwieriger Vorgang mit vielen kleinen Schritten. 

Am Ende ist dann  die Handytasche fertig. Diese hier ist Selenas. Das Handy ist aus Papier, auf dem Fotokopierer gemacht.


 


Immer wieder schön, am Ende zu sehen, was man mit seinen Händen hervorgebracht hat!

 

  : ))

Dienstag, 23. April 2013

Scheriis Besuch in der Gemäldegalerie (18.4.13)


In der Gemäldegalerie waren wir zuerst bei einem Bild, das wir schon am Computer im Kunstunterricht angesehen haben. Dieses Bild wurde von Hans Holbein gemalt, ich weiß nicht, wie das Bild heißt, aber ich weiß, dass der Mann, der auf dem Foto ist, Georg Gisze (gesprochen Gieschee) heißt.



Er war sehr erfolgreich. Ihr kennt ja die Frisur "Bob", früher hieß sie anders, ich weiß aber nicht mehr, wie sie hieß.
Also, wie gesagt, Georg Gisze sah auf dem Bild sehr traurig aus. Er hatte sogar eine Bob-Frisur.

So, jetzt hab ich eine Menge über Georg Gisze geschrieben. Also, wir sind weiter gegangen und haben uns noch ein paar Gemälde angesehen.

Ich hab sogar gehört, dass früher ein weißes Gesicht schön war, und wenn man so nachdenkt: In dieser Zeit tun wir alles, um braun zu sein.
Es ist echt erstaunlich, was so von früher bis jetzt sich geändert hat.

Text: Scherii 

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Montag, 22. April 2013

Alis Besuch in der Gemäldegalerie


Wir waren in der Kunstgalerie. Wir hatten eine Führung. Sie heißt Sabine. Sie war nett. Sie hat uns gefragt: "Wo wollen wir hingehn, zu den Italienern oder zu den Deutschen?"
Wir haben gesagt: "Die Italiener!" Dann hat Sabine gesagt, wir gehen zu den Deutschen.
Dann sind wir zu einem Bild gegangen.




Er sah erschöpft aus.
Er war zuerst in Polen, und dann ist er nach London mit der Postkutsche gefahren. Da wollte er lernen, wie er ein guter Händler wird. Er war drei Jahre da.
Auf dem Bild war eine Waage. Da war ein türkischer Teppich, der war sehr teuer. Er hatte einen Brief von seinem Bruder. Er hat den aufgemacht. Er hatte noch einen Dolch, mit dem er sich verteidigt hat. Er hat einen Mantel an ohne Ärmel, er konnte den ganz schnell ausziehen. Er hatte einen Hut, der Hut heißt jetzt Kunsthut. Das ist ein Portrait. Da war eine Vase. Eine schöne Vase. da war eine Nelke drin. Daran wusste man, dass er verlobt war.
Vielleicht wollte er seiner Freundin, dass sie wieder an ihn denkt. Aber bis das Bild da ist, sind schon Wochen vergangen.
Er hat rote Haare. Das war früher modern, aber jetzt nicht mehr.
Dann sind wir zu einem anderen Bild gegangen. Sie sah gut aus. Sie hat blonde Haare.


Sie war blass. Sie hat ihre Haare in die Sonne gelegt und ein Tuch über ihren Kopf gelegt, damit sie nicht braun wird. Damals war es hässlich, wenn man braun war. Sie hat vielen Männern den Kopf verdreht. Sie hatte rote Wangen. Sie ist früh gestorben, mit sechzehn gestorben. Sie hatte eine Krankheit, die weiß ich nicht mehr. Sie hat in ihr Gesicht Puder gelegt, damit sie so heller wird.
Jetzt kommen wir zu dem dritten Gemälde. Da war ein richtig reicher Mann. Er wird getötet.




Sein Bruder hat einen Maler geholt, damit er ihn malt. Aber er war schon tot. Er hat seine  Augen zugemacht. Eigentlich macht man die Augen auf. Er hatte lange Haare. Er hatte was Blaues an. Der Maler musste drei Mal das Bild malen, aber es ist schwer. Er hat ein Glas genommen und hat es auf das Bild gelegt und hat es dann  abgemalt.

Und wir sind dann zu dem letzten Bild gegangen.

Da waren drauf zwei Mädchen und ein Mann. Der Mann war ein Maler, seine Tochter auch. Immer, wenn der Mann malt, hat er seine Tochter gefragt. Auf dem Bild war auch eine Leinwand, wo man malt. Der Mann hatte auch eine Perücke auf, die war lockig. Er hat viele Pinsel. Er hat auch einen langen Stock und er hat noch eine Brille. Die zwei Töchter hatten graue Haare. Die waren nicht alt, sie hatten ihre Haare gefärbt. Das war früher modern. Das ist es heute nicht mehr. Die standen wie ein Dreieck. Da war ein Hund auf dem Bild.






Dann sind wir in einen großen Raum gegangen, da war so was Fünfeck, Siebeneck, Neuneck da.


 
Da drin war Wasser. Wir haben uns alle hingesetzt. Dann haben wir geklatscht.
Für mich war das Museum langweilig.
Dann sind wir in die Schule gefahren.
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Mir hat Alis Text sehr sehr gut gefallen. 

Viele Grüße Minna

Freitag, 8. März 2013

Heureka!

Uns ist gestern etwas gelungen. Wir haben in Naturwissenschaft die Dichte von Stoffen bestimmt. Es war große Freude und Begeisterung dabei. Diese Worte sind in den Bereich der eigenen Erfahrung hinübergegangen und haben sich da verankert. Materiell gesehen mit wenigen Mitteln. Diesen:


  
Das größere Thema sind "Stoffe und ihre Eigenschaften". Stoffe kann man nach ihrem Aussehen, Geruch, Geschmack (Vorsicht!!!), nach der Frage, ob sie vom Magneten angezogen werden und nach vielem Anderen unterscheiden. So kamen wir zur Masse (Gewicht) und zum Volumen. Die Masse messen wir in kg und g, das Volumen (Ausdehnung) in Kubikzentimetern.

Um in den Begriff der "Dichte" hineinzukommen, half diese Geschichte:

Archimedes bewies Hebel- und Schwerpunktgesetze, entdeckte Formeln zur Volumen- und Oberflächenberechnung gekrümmter Körper, erfand fast die Integralrechnung, entdeckte beinahe den Logarithmus und beschrieb das Gesetz des hydrostatischen Auftriebs von Körpern in Flüssigkeiten. Damit konnte er erklären, warum Körper schwammen.
Eine berühmte (aber wahrscheinlich erfundene) Anekdote beschreibt, wie Archimedes dieses Prinzip anwandte, um zu beweisen, ob die Krone König Hierons aus purem Gold bestand oder nicht. Archimedes erhielt den Auftrag dies herauszufinden, ohne die Krone zu zerstören. Angeblich kam Archimedes die Lösung, als er in der Badewanne lag und bemerkte, wie sein eingetauchter Körper Wasser verdrängte, das aus der Wanne floss. Wie die Legende sagt, soll Archimedes vom Geistesblitz getroffen vor Freude aus der Wanne gesprungen und nackt nach Hause gerannt sein, laut "Heureka, heureka" schreiend, was bekanntlich bedeutet "Ich hab´s gefunden!"
Archimedes erkannte, dass er anhand der Menge des verdrängten Wassers die Dichte eines Körpers indirekt bestimmen konnte. Er maß das Wasservolumen, das die Krone des Königs verdrängt und verglich es mit dem Wasservolumen, das ein Stück reinen Goldes mit dem gleichen Gewicht der Krone verdrängte.
Als er so herausfand, dass das Goldstück weniger Wasser verdrängte als die Krone, war der Beweis erbracht, dass die Krone nicht aus purem Gold gemacht sein konnte.  


http://www.lerntippsammlung.de/Archimedes.html 


Wir wiederholten und bestimmten die Begriffe "Masse" und "Volumen". Die Dichte errechnet man aus dem Quotienten: Masse geteilt durch Volumen.
Ist der Quotient <1, schwimmt der Gegenstand, ist er >1, sinkt er. Wasser hat per Definition die Dichte 1. Ein Liter (1000 Kubikzentimeter Wasser mit einer Temperatur von + 4 ° C wiegen 1000 g = 1 kg - nach dieser Vorgabe wurde das Urkilogramm in Paris geschaffen, von dem alle anderen Masse/Gewichtsangaben abgeleitet sind.)
Im Buch hatten wir das alles schon gelesen, aber es war abstrakt geblieben. 
Wir nahmen uns ein Wassergefäß mit Ausflusstülle, ein Messgefäß in Kubikcm, das aber leider erst bei 10 begann... eine Waage, und als Gegenstände einen Kerzenstummel, einen Keramikmörser, ein Stück Knetgummi, einen Korken.
Die Kerze und der Korken mussten mit zwei Nadeln unter Wasser gehalten werden. Das Gewicht der Körper hielten wir fest und die Menge des herausfließenden Wassers.
Dann rechneten wir: Schön, dass wir die schriftliche Division noch ganz gut beherrschen! Nur, was ist, wenn in einer der beiden Zahlen ein Komma ist??
Auch dafür gibt es eine Lösung und so bekam die Physikstunde  eine mathematische Phase.
Wir bemerkten, wenn die Zahl im Zähler größer ist als im Nenner, dann ist das...JA! ein unechter Bruch, der Wert ist dann immer >1. Zum Beispiel hier:  
Die Dichte des Keramikteils stellte sich als 2,4 heraus. 
 


  
Die Dichte der Kerze war 0,8:

  

Die Dichte der Knete war 1,8 (ohne das Runden), die des Korkens ergab 0,24 (gerundet). Wir schauen im Buch nach und finden für den Korken den Wert 0,2. HEUREKA!



Es hatte mich so gefreut, dass unser Korkenversuch seinen "Lackmustest" im Vergleich mit dem Wert für Kork im Buch bestanden hatte.
Insgesamt hatte ich viel Begeisterung bemerkt. Die Materialien, die noch länger auf dem Tisch standen, wurden danach aber eher zum Spielen benutzt, wobei nachher ein Glas zu Bruch gegangen war.
Interessant war aber noch dieses: Das Knetestück, zur Kugel geformt, sank, als Schale geformt schwamm es.
Die Zeit reichte nicht mehr, um das gedanklich zu vertiefen, aber das holen wir nach. Mit den Begriffen, die wir haben, können wir jetzt das Verständnis dieses Phänomens gegenüber den Erkenntnissen der 3. Klasse, wo wir das Thema "Schwimmen oder Sinken" schon einmal bearbeitet hatten, erheblich erweitern.
Die ersten Vermutungen der Schüler gingen noch nicht sehr zielstrebig in die richtige Richtung. Ein genaueres Verständnis dieser Zusammenhänge erlaubt auch ein besseres Verstehen, warum ein Schiff schwimmen und ein Flugzeug fliegen kann, wo sie doch beide recht schwer sind.
Ich empfand das als eine gelungene naturwissenschaftliche Beschäftigung mit dem Thema, ergänzt durch mathematische Fertigkeiten -
Ali: "Nein, nicht den Rechner nehmen. Wir wollen es selbst ausrechnen! - - Es klappt nicht. Wie geht es?"
- begleitet von Gefühlen der Stärke und des Erfolgs bei den Schülern und bei mir, dem Thema gedanklich wirklich begegnet zu sein, so dass sich etwas für uns aufschließen konnte.

Grüße,
Minna
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Mittwoch, 6. März 2013

Nach dem Museumsbesuch

Liebe Lenauer/innen, liebe Freunde!
Hier sind ein paar Texte von Kindern der Klasse über unseren Ausflug ins Islamische Museum. Ich finde es schön, einige mit der Handschrift zu sehen, denn so hat es mehr eine persönliche Note. Auch Rechtschreib- und Satzbaufehler gehören - wie alle anderen möglichen Fehler auch - zum Leben dazu.





Hans' Text:







Das ist der Mirhab, die Gebetsnische. Der Imam betet zur Wand hin, die Nische ist so konstruiert, dass seine Worte hinter ihm von den anderen Betenden zu hören sind.


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Pablo, der Autor dieses langen nachdenklichen Textes. Man merkt, dass Pablo in menschlichen Dingen ein sehr genauer Hingucker und Beobachter ist.




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"Wir, die Klasse 6 a, waren im Islamischen Museum. Es war sehr schön. Wir hatten eine Führerin, die hieß Frau Katja. Sie war sehr freundlich. Zuerst haben wir unsere Taschen und Jacken bei der Garderobe abgelegt. Ich hatte eine Kamera dabei und habe vieles fotografiert. Als erstes waren wir am Altar.* Danach sind wir weitergegangen.

Dann haben wir ein Blaues Tor gesehen, es kommt aus Babylon. Babylon ist die Hauptstadt vom Irak.** Auf dem blauen Tor waren Tiere raufgezeichnet. Es waren nicht normale Tiere, sie waren Mischlinge. 

Das Blaue Tor war aus Tonziegel. Unsere Führung hieß "Eine Reise in den Orient". Das Blaue Tor wurde von Nebukadnezar gebaut. Die Tiere hatten seltsame Schuppen. Die Schuppen hießen "Huschkuscha". Der Orient ist im Osten. Dann sind wir in ein Haus reingegangen. Das Haus gehörte Isa Ben Butrus. Das Haus besteht aus Holz. Auf den Wänden stand Bismillah. Bismillah ist arabisch. Auf deutsch heißt es "Im Namen Gottes". Isa Ben Butrus war ein Christ, aber er hatte viele muslimische Freunde. Deswegen stand Bismillah auf seiner Wand. Das Haus ist zirka 400 Jahre alt. Reiche Menschen haben Turbane getragen. Die Adligen haben Schmuck getragen. Sie haben die Ohrläppchen gekühlt und mit einer Nadel reingestochen. Heutzutage macht man es anders. Die Ohrringe waren aus Resten von Muscheln."  
Dieser inhaltsreiche und schöne Text ist von Lucy. Isa Ben Butrus heißt übersetzt: Jesus, Sohn des Petrus.

*Lucy meint den Pergamon-Altar.

**Ist sie nicht, aber wir lassen das mal so stehen...Babylon lag in der Nähe der heutigen Hauptstadt Bagdad. 




 

Marios Text:




Mesuts Text:


Rimas' Text:



Rimas kam vor eineinhalb Jahren aus Litauen nach Berlin. Er sprach damals noch kein deutsch....



Alle die Kinder, die diese Texte schrieben, haben Deutsch als zweite Sprache gelernt. Insofern ist das, was es von ihnen hier zu lesen gibt, sehr anerkennenswert.  Sag ich mal so als ihre Lehrerin... ;)



Hier noch ein Textauszug von Ali:


"Wir sind dann in das Aleppo-Zimmer, es ist 400 Jahre alt. das war ganz schön, das Zimmer. Es gehörte Isa Ben Butrus. Er war Christ, aber er hat jede Kultur gemocht. Auf jeder Tür steht was drauf von jeder Kultur.






Dann sind wir in den Flur, da hat sie uns Turbane gegeben. Es war lustig. Dann sind wir zu einer Vitrine. Alle dachten, das war ein Mädchen, aber es war ein Junge. Er war ein Prinz. Er hatte lange Haare und zwei Muttermale. Er sah o.k. aus für mich."



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Es war ein schöner Museumsbesuch für uns alle gewesen, das konnte man verspüren. Ich glaube, es war sehr wohltuend für unsere Kinder, die Schätze der Kulturen des Orients bewundern zu können, den kunstvollen Koranständer, die Gebetsnische, die vielen wunderschönen Dinge, den Zauber der Ornamentkunst, und so viel Schönes da zu finden, das sie mit ihren kulturellen Wurzeln verbindet.



"Frau Katja" hatte die Führung so liebevoll und sachkundig vorbereitet, dass wir anschließend alle wie aus einem Traum erwachten und ihr sagten, dass dies eine ganz zauberhafte "Reise in den Orient" für uns gewesen war!

Viele Grüße
Minna

Dienstag, 5. März 2013

Ist der Himmel göttlich blau: Besuch im Museum für Islamische Kunst


Die Kinder der Klasse sind früher aus ihren Wahlpflichtveranstaltungen gekommen. Sie machen eine kleine Pause, dann geht es los. Heute gehen wir ins Islamische Museum. Kerstin ist dabei! Gabriele ist dabei! Matti wartet vor dem Museum auf uns! Supertag. Mit den beiden jungen Leuten, mit unserer Erzieherin zusammen und meiner Wenigkeit ist das ja schon fast eine familiäre Veranstaltung. Das macht Laune. Und der Himmel? Göttlich blau!

U-Bahn und durch die Stadt quetschen ist kein Problem für uns. Wir leben in der coolsten Großstadt in Deutschland und gehen souverän damit um.
Die Jungs sind so begeistert von Matti, das könnte den Rest des Tages für sie füllen. Sie unterhalten sich alle sehr sachkundig über Fußball. Die Jungs haben einfach zu viel von den Frauen an der Schule und zu wenig Männer. So ist das eben. Sie blühen richtig auf, wenn Matti da ist, wenn frau ihre Gesichter sieht, könnte frau richtig neidisch werden...
Zuerst gibt's noch einen Garderobenkampf zu bestehen. Wir werden an der Garderobe nicht bedient, sollen uns Schließfächer nehmen. Das hab ich noch nicht erlebt. Im Ägyptischen Museum gab es ein Schließfach für alle, ein riesiges. Für 2 Euro, die später wieder herauskamen. Hier sollen sich immer zwei Kinder ein Schließfach teilen. Ich soll zehn mal einen Euro in der Tasche haben!? - Ehrlich gesagt: ich habe sogar fünfzehn Mal einen Euro in der Tasche vom Einsammeln vorher, aber hier geht es um Grundsätzliches:"Für Kleinere machen wir es, Ihre Klasse ist zu groß!" (Schon zu alt, meint er.) "Werde mich beschweren!" "Tun Sie das!" Ich schwenke zur Gegenseite. Dort ist ein älterer Herr, der gerade einer Klasse die Sachen abnimmt, alles sonst ist frei. Zweite Runde: Warten. Fragen. Nein, nicht für uns. Wir sind zu groß, zu alt. Ich schaue die Kinder neben uns an. "Was seid Ihr denn für eine Klassenstufe, Fünfte?" "Wir sind Sechste", sagt ein Mädchen. Ich schau den älteren Herrn an. "Hallo, sie sind Sechste, wir auch. Sie können uns das nicht ablehnen." Er meint, er kann. Ich sage, das ist nicht gerecht. Was ist schon gerecht, sagt er. "Wo ist bin, ist gerecht, sage ich, und Sie nehmen uns jetzt diese Sachen ab!"
Das war überhaupt nicht mehr nachvollziehbar. Einen Moment lang hatte ich das Gefühl, ich muss jetzt "Rassismus!!" schreien.
Okay, irgendwann haben wir das auch geregelt, ich hab den Fight gewonnen. 1:0 für Minna. Man zieht sich halt auch an kleinen Sachen hoch. Wenn ich sehe, dass andere Leute bedient werden, was man uns verweigert, da lasse ich mich nicht abspeisen. Schon vor den Kindern nicht!
Na gut, kann mich also abregen. Es kommt eine unglaublich nette und kompetente Führerin, die uns in die Schätze der Islamischen Kunst einführt.



Faszinierend, der Pergamon-Altar! Unsere Kinder denken, sie "kennen" ihn schon, wissen aber noch gar nichts von ihm, das kommt noch!! Wir waren bei einer Ausstellung über Saudi-Arabische Kunst einmal daran vorbeigelaufen. Das nennt Ihr "kennen".

 Dann kommen wir zum:


...und stehen vor dem Ishtar-Tor zu Babylon...







Ishtar-Tor: Informationen
Blaue Tonkeramik, 2600 Jahre alt!
 
Die Führung war wirklich superklasse! Sie dauerte eineinhalb Stunden und Ali meinte: "Was? Ich dachte, es wäre eine halbe Stunde!" So passioniert, aber auch konzentriert war das, es war wirklich eine "Reise in den Orient", wie uns angekündigt worden war, aber zum Schluss waren wir alle ganz verzaubert, so intensiv war es gewesen. Hier sind ein paar Stationen:






 Das Aleppo-Zimmer




 Was hat sie denn jetzt hier?


Den Rest der Führung verbringen wir unter einem Turban.



Gebetsnische, blaue Keramik
 


Détail



Die Geschichte vom guten Jäger, der seiner Liebsten  imponieren konnte. Selbst das Kamel hat gute Laune. 




Goldbestäubte Tonkeramik




Andächtiges Zuhören




Alle auf dem Teppich: Die Geschichte von der Gastfreundschaft, der Dialog auf dem Teppichbasar
Wieder draußen - Ist der Himmel göttlich blau!!